„Kinder in der Politik“

29.11.2017

Eine ungewohnte Perspektive konnten die Kinder der ersten Ferienwoche in den Herbstferien im Jugendzentrum kennenlernen. „Kinder in der Politik“ war das Motto einer spannenden Woche.

Zum Einstieg in das Thema brachten die Teilnehmer/innen viele offene Fragen mit. Zum Beispiel: Was macht ein Politiker? Kennt ihr jemanden, der in der Politik aktiv ist? Wer ist Bürgermeister in Groß-Zimmern? Welche Aufgaben hat er? Mit wem arbeitet er zusammen? Welche Zuständigkeiten gibt es für die Kommune, den Landkreis, das Bundesland Hessen und das Land Deutschland? Wie funktioniert ein Parlament? Was ist Politik? Alle diese Fragen sollten durch verschiedene Aktionen, Diskussionen und Besuche dem Nachwuchs näher gebracht werden. Nachdem am zweiten Tag beispielhaft eigene Parteien mit den Schwerpunkten Sport, Umweltschutz, Bildung und Sicherheit gegründet wurden, diskutierten die Kinder zu den entsprechenden Themen in Kleingruppen. Sie bestimmten eine Spitzenkandidatin/ einen Spitzenkandidaten für das Amt des Kinderbürgermeisters und bereiteten mit diesem einen kleinen Wahlkampf vor. Später wurde in einer geheimen Wahl in einem eigens hierfür aufgebauten Wahllokal ein Kinderbürgermeister gewählt. Anschließend statteten die Jungpolitiker/innen Bürgermeister Achim Grimm einen Besuch im Rathaus ab und lernten dabei, welche Aufgaben und Zuständigkeiten die Gemeinde, aber auch er selbst wahrnimmt.

Mitte der Woche besuchte die Gruppe den Landtag in Wiesbaden. In einer spannenden Führung lernten die Kinder einiges über die Geschichte und Bedeutung der Landeshauptstadt Wiesbaden, sowie die Entstehung, die Aufgaben und die aktuelle Besetzung des amtierenden Landtags.

Als Höhepunkt der Woche besetzten alle Teilnehmer/innen am Donnerstag den Sitzungssaal des Rathauses und beriefen dort eine eigene Gemeindevertretersitzung ein, um noch besser zu verstehen, wie Politik funktioniert und wie eine direkte Beteiligung von Kindern daran aussehen kann. Dabei erhielten sie Unterstützung von amtierenden KommunalpolitikerInnen, die dem Nachwuchs Rede und Antwort standen. Außerdem erhielten die Kinder einen Überblick über Strukturen, lernten die verschiedenen Ausschüsse und ihre Zuständigkeiten kennen. Zur Abstimmung für eine Diskussion standen die Themen: Spielmöglichkeiten in Groß-Zimmern erweitern, Sicherheit im Straßenverkehr, die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, sowie ein Mindestalter für die Nutzung des Internet. Mehrheitlich wurde zunächst das Thema „Erweiterung der Spielmöglichkeiten“ gewählt. So eröffnete die Vorsitzende der Kindergemeindevertretung Luisa Wejwoda zusammen mit ihrer Schriftführerin Lillith Kiefer eine spannende und diskussionsreiche Sitzung. Nach einem allgemeinen Austausch über die Spielmöglichkeiten gab es konkrete Vorschläge zur Verbesserung von Spielplätzen. Die Anregungen gingen von „viele Spielplätze müssen neu gestaltet werden“ über die Forderung nach größeren Rutschen, weichen Unterböden bei Hangel- und Kletterspielgeräten, die Installation von Toiletten und Getränkeautomaten, bis hin zu der Idee „Warum gibt es da immer so viel Sand auf den Spielplätzen? Mehr Rasenflächen wären viel besser.“ Grundsätzlich wurde mehr Ordnung auf den Spielplätzen angeregt, Jugendliche sollten die Spielplätze nicht kaputt machen…. In einer finalen Abstimmung wurde dann eine Prioritätenliste für die Planung eines fiktiven neuen Spielplatzes verabschiedet. Hierbei stimmte keiner für die Punkte Toiletten und Karussell, eine Stimme gab es für Rutschen und eine Seilbahn, zwei Stimmen für eine Nestschaukel, drei Stimmen für einen Getränkeautomat, fünf Stimmen für Klettergerüste und sieben Stimmen und damit die Mehrheit für die Schaffung eines Wasserspielplatz. Geschlossen wurde die Sitzung dann mit dem Beschluss eine Liste für weitere mögliche Spielmöglichkeiten auf einem neuen Spielplatz zu erstellen. Alle anderen möglichen Themen für die Kindergemeindevertretersitzung fielen dann leider der mangelnden Zeit zum Opfer. Für große Verwunderung sorgte bei der Abstimmung die Tatsache, dass der Bürgermeister, wie auch bei den Großen, nicht mit Abstimmen durfte.

Für die anwesenden KommunalpolitikerInnen war es eine gelungene und erfahrungsreiche Veranstaltung. Es war toll für sie zu sehen, mit wie viel Interesse und Ideenreichtums die Kinder sich für ihr Thema engagiert haben und liefern eine gute Grundlage für zukünftige Umgestaltungsmaßnahmen von Spielplätzen.

Am letzten Tag einer informativen Woche hatten die Kinder die Möglichkeit, einen groben Überblick über die Arbeit und Aufgaben des Bundestages von Catrin Geier zu erhalten.

In einer Abschlussrunde für dem Mittagessen wurden noch offene Fragen geklärt und eines wurde deutlich, Politik kann echt Spaß machen.